Von Waschbären, Klimaanlagen und anderen Dingen – das Maritim Badehotel Bad Wildungen

Seit mehreren Jahren sind wir immer am letzten Juli-Wochenende zu Gast im Maritim Badehotel Bad Wildungen. Denn dann findet dort das große Show-Wochenende unseres Hundezuchtvereins statt, das in der Rhodesian Ridgeback-Szene als echtes Highlight gilt. In der traumhaften Kulisse des Bad Wildunger Kurparks treffen sich Jahr für Jahr Gleichgesinnte, um die (ebenfalls traumhaften) Hunde zu präsentieren und den neuesten Tratsch und Klatsch auszutauschen. Ein Großteil dieser Veranstaltungsteilnehmer wohnt dann natürlich auch in dem 4-Sterne-Hotel, das im längsten Kurpark Europas liegt. So auch wir! Und das zum vierten Mal in Folge. Bei der Reservierung bat ich daher darum, dass wir gerne das Zimmer 184 buchen möchten. Das hat tadellos funktioniert (die Dame am Telefon war sehr, sehr freundlich und hat unsere Daten aus den vergangenen Jahren ruckzuck „auf dem Schirm“ gehabt). Zimmer 184 gehört zur Comfort-Kategorie und ist damit um 10 Euro teurer als die sogenannten Classic-Zimmer. Dafür ist etwas mehr Platz vorhanden und – in diesem Jahr ganz besonders wichtig – verfügt es über eine Klimaanlage! Im Hotel befindet sich auch das über die Grenzen von Bad Wildungen hinaus bekannte „Vierbeiner-Reha-Zentrum“, daher ist man hier auf vierbeinige Gäste eingestellt.

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Wir erreichen das Maritim Badehotel Bad Wildungen gegen 18.00 Uhr und bei knapp 30° Grad Außentemperatur. Die Damen und der Herr an der Rezeption sind freundlich und zuvorkommend, so dass wir auch ganz schnell Zimmer 184 beziehen können. Dayo und Suri sind froh, sich endlich wieder ausstrecken zu können, stürzen sich aber erst einmal auf den Wassernapf, den ich sofort hinstelle (wenn wir mit den Hunden im Hotel übernachten, haben ich übrigens immer eigene Handtücher dabei – auf einem steht dann auch der Wassernapf, damit der Hotelteppichboden nicht allzu sehr in Mitleidenschaft gezogen wird). Es sieht fast so aus, als habe man das Bett etwas zur Seite gerückt, damit mehr Platz für die Hunde vorhanden ist. Zumindest lassen die Abdrücke auf dem Teppich drauf schließen … das Zimmer ist sauber, und es liegt sogar eine (zwar ältere) Ausgabe der BRIGITTE bereit. Der Fernseher stammt allerdings noch aus dem letzten Jahrhundert – bullig in Grau thront er auf der Minibar.

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Das Badezimmer ist ok – es gibt zwar ein paar Stellen (Fußleisten und unter dem Waschtisch), wo das Zimmermädchen vielleicht mal auf die Knie gehen müsste, um das zu putzen … 😉 … Auch könnten die Silikonfugen zwischen den Kacheln in der Badewanne mal erneuert werden. Insbesondere vor Kopf (wo sich Wasserhähne und der Duschkopf befinden) ist das Silikon sehr vergilbt. Außerdem ist die Halterung des Duschkopfes ausgeleiert. Er knickt immer nach unten ab.

Besondere Tücken weist auch die Klimaanlage auf. Nur derjenige, der bereits mehrfach im Maritim in Bad Wildungen übernachtet hat, weiß, dass die Klimaanlage auf + 30° Grad gedreht werden muss, damit sie anfängt zu kühlen. Diese Handhabung stört ja nur, wenn man nichts davon weiß … hahahaaa … in der ersten Nacht hat das auch alles wunderbar funktioniert. Die Temperaturen (und vor allem die Luftfeuchtigkeit) am Samstag haben dann in diesem Jahr alle Rekorde gebrochen. Um 18.00 Uhr waren es immer noch 34° Grad im Schatten! Thomas hat sich den ganzen Tag um Dayo und Suri gekümmert (und wohl auch die ein oder andere Pause auf dem Zimmer gemacht – es sei ihm auch gegönnt), während ich tapfer mit einer Vereinskollegin in einem Zelt den Infostand von „Club Elsa“ betreut habe … welch eine Wohltat, vor dem Gala-Abendessen im Ballsaal noch ein Stündchen im kühlen Zimmer „zu ruhen“. Ich finde es zwar nicht so besonders kühl im Zimmer, aber nach den Temperaturen draußen ist es wirklich eine Wohltat.

Dayo entspannt im Hotelzimmer

Dayo entspannt im Hotelzimmer

Dass die Klimaanlage an diesem Abend nicht oder nur sehr rudimentär arbeitet, stellen wir allerdings erst fest, als wir uns nachts zur Ruhe betten wollen. Na ja, das ist ja kein Problem. Thomas geht runter an die Rezeption und dann warten wir auf den Hotelmitarbeiter, der ca. 15 Minuten später an unsere Tür klopft, um uns zu sagen, dass die Klimaanlage heute Abend überlastet sei und dass sie schon im Laufe der Nacht wieder funktionieren würde. Hmm, ich habe mir ja bisher die Gabe behalten können, in fast jeder Situation schlafen zu können – so auch in warmen Zimmern. Die Hunde schlafen auch. Nur Thomas irgendwie nicht. Die Klimaanlage funktioniert die ganze Nacht nicht (brummen tut sie aber). Als Thomas beim Check-out die Klimaanlage dann reklamiert, wird ihm tatsächlich einfach gesagt: „Das ist ja auch keine Klimaanlage, sondern nur eine Belüftung!“ Wie bitte? Wurde die Klimaanlage in unserem Zimmer eventuell am Samstag ausgebaut, denn von Freitag auf Samstag (und auch in den vergangenen Jahren) funktionierte das „was auch immer das für ein Gerät ist“ ja als Klimaanlage ganz wunderbar. Außerdem hat der Hotelmitarbeiter des nächtens ja wortwörtlich gesagt: „Die Klimaanlage im Haus ist überlastet. Die wird im Laufe der Nacht irgendwann wieder funktionieren.“ Was ist das denn auf einmal für eine Geschichte mit der Belüftung (zumal sich ganz offensichtlich auch noch andere Gäste über den Ausfall der Klimaanlage beschwert haben). Es geht mir eigentlich nicht darum, ob mal die Klimaanlage defekt ist oder ausfällt (in diesem Fall ist das natürlich aufgrund der Wetterbedingung sehr blöd …) – das sind Dinge, die passieren können. Ich finde es eher bedauerlich, wie die Hotelmitarbeiter mit einer solchen Beschwerde umgehen. Ausflüchte suchen, ist kein Beschwerdemanagement … das habe ich mal anders gelernt!

Wasser- und Snackstationen heißen die Vierbeiner willkommen

Wasser- und Snackstationen heißen die Vierbeiner willkommen

Und dann war da auch die Sache mit dem Waschbären. Ja, richtig gelesen: Es gibt Waschbären in Bad Wildungen. Vor mehr als 75 Jahren setzte ein Forstbeamter zwei Paare Waschbären am Edersee (ca. 15 Autominuten von Bad Wildungen entfernt) aus – mit fatalen Folgen. Heute leben wohl mehr als 500.000 Waschbären in Deutschland und ein paar davon auch in Bad Wildungen. Gäste, die ein Zimmer im Altbau des Maritim Badehotels beziehen, finden auf dem Zimmer einen Flyer, in dem vor diesen possierlichen Tieren gewarnt wird. Man möge doch bitte immer die Terrassen- und oder Balkontüren geschlossen halten. Eine Bekannte hatte nun mit dem Wunsch gebucht, dass das Zimmer so „günstig“ liegt, dass sie mit ihrem noch jungen Hund schnell nach Draußen gelangen kann, wenn’s mal pressiert. Sie erhielt daraufhin ein Zimmer im 4. Stock des Altbaus (ja, finde ich sehr nah am Ausgang …) direkt unter dem Dach – ohne Klimaanlage. Es kann sich vermutlich jeder vorstellen, welche Temperaturen sowohl in den Gängen als auch in dem Dachzimmer herrschten. Im vierten Stock kann man sich ja auch nicht wirklich vorstellen, woher die Waschbären kommen sollen.  Da es im Zimmer nicht zum Aushalten war, öffnete sie die Fenster und verließ den Raum wieder. Nach dem Abendessen wieder zurück gab es dann ein böses Erwachen: Irgendwer hatte dem Zimmer ein Besuch abgestattet, die im Zimmer befindlichen Knabberartikel waren aufgefressen, die Verpackungen im ganzen Zimmer verstreut, ein paar Schubladen geöffnet, ein Schläfchen im Bett gehalten (das ist natürlich nur eine persönliche Vermutung … ;-)) und nachgeschaut, was eine Frau in Begleitung eines Rhodesian Ridgebacks wohl so alles im Gepäck hat. Während unsere Bekannte noch völlig überrascht über den Zustand des ZImmers war, ging ihr Blick in Richtung Balkon und da saß er dann auch der kleine Übeltäte auf dem Geländer und leckte sich noch ganz genüßlich die Pfoten bevor er unerkannt entschwandt. Ja, natürlich. Jeder – inklusive unserer Bekannten – muss über diese Geschichte lachen. Und es geht auch hier wiederum nicht darum, sich zu beschweren, weil aus eigener Fahrlässigkeit ein Waschbär eine Stippvisite im Hotelzimmer machen konnte. Es geht erneut um die Reaktion der Hotelmitarbeiter, die freundlich gesagt als eher pampig zu bezeichnen war … nach dem eher unfreundlichen Hinweis darauf, dass vor Waschbären gewarnt wird und dass die Fenster und Türen geschlossen zu halten sind (… was ja bei über 40° Grad Zimmertemperatur doch eher utopisch ist), wollte man unserer Bekannten auch kein anderes Zimmer geben – frei nach dem Motto „Wir sind leider ausgebucht!“ Nach langem Hin und Her hat das mit dem neuen Zimmer (mit Klimaanlage) dann doch noch geklappt.

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Und was sind dann noch die anderen Dinge? Samstagabend fand das traditionelle Galaabendessen im Ballsaal statt. Mit einem Buffet für rund 130 Personen … im Vergleich zum Vorjahr war das Buffet qualitativ viel besser! Und für die 25 Euro pro Person gab es schon allerlei Leckeres zur Auswahl. Dafür war der Service – ebenfalls wie in den vergangenen Jahren – schleppend. Kostendruck und -einsparungen in der Hotellerie hin oder her … aber ein paar Kellner/innen mehr hätten nicht nur die Gäste erfreut, sondern ganz bestimmt auch mehr Geld in die Hotelkasse gespült. Schließlich war ja vorher bekannt, wie viele Personen zum Essen kommen. Obwohl: Bei einem Preis von 7,30 Euro pro 0,7 Liter-Flasche Mineralwasser kann man sich natürlich auch den ein oder anderen Kellner sparen … 😉

Positiv zu vermerken ist, dass wir zum zweiten Mal in Folge bereits das Frühstück im Restaurant einnehmen durften. In früheren Jahren war für die Teilnehmer unserer Veranstaltung immer ein extra Buffet im Ballsaal aufgebaut. Das hat mich immer sehr stark an meine Hotelausbildung erinnert. Denn damals wurden Gruppen und/oder Bustouristen morgens in die Konferenzräume zum Frühstück „gepackt“, damit sie den „normalen“ Frühstücksbetrieb nicht störten (und vermutlich haben die auch weniger für das Frühstück bezahlt). Genauso bin ich mir im Maritim Bad Wildungen auch immer vorgekommen (wir haben aber den vollen Frühstückspreis bezahlt), aber das ist ja wohl Gott sei Dank vorbei.

Das A la Carte-Angebot im Hotelrestaurant ist preislich eher gehoben, insbesondere für einen Standort wie Bad Wildungen. Ein Rib Eye Steak vom Weideochsen ist für 23,50 Euro zu bekommen und ein Filet vom Loup de Mer für 19,50 Euro. Die Portionen sind eher übersichtlich. Am Freitagabend wurde ein spanisches Buffet zum Preis von 26 Euro pro Person angeboten. Gut gefallen hat mir, dass man sich auch für einzelnde Gänge entscheiden konnte. Da mir von den Hauptspeisen gar nichts zusagte, habe ich mich nur für das Vorspeisen- und das Nachspeisenbuffet entschieden. Die Vorspeisen schlugen mit 10 Euro und die Nachspeisen mit fünf Euro zu Buche – das war in Ordnung so. Die Qualität der Speisen vom Buffet war jetzt keine kulinarische Offenbarung, aber sie war alles in allem gut.

Mein Fazit: Das Maritim Badehotel Bad Wildungen ist auf jeden Fall ein Hotel, in dem Hunde willkommen sind. Vielleicht sollten wir das Hotel mal ausprobieren, wenn keine großen Veranstaltungen im Haus stattfinden. Leider waren viele Mitarbeiter eher muffelig, gestresst und teilweise sogar unfreundlich. Dass ist schade und für ein 4-Sterne-Hotel in dieser Preiskategorie nicht wirklich gut. Dass es bei einer solchen Veranstaltung im Park (es waren immerhin rund 200 Rhodesian Ridgebacks und Basenjis präsent) sicherlich bei Gästen ohne Hund auch zu Beschwerden gekommen ist, ist wohl nicht zu ändern. Dass – wie ich im Nachhinein gehört habe – auch einige Veranstaltungsgäste die Hotelzimmer in einem geradezu desaströsen Zustand hinterlassen haben (wie kann man denn bitte gefüllte Kottütchen im Papierkorb des Hotelzimmers entsorgen – mehr möchte ich dazu gar nicht sagen), ist eine Dreistigkeit der Gäste ohne gleichen, für deren Instandsetzung bzw. Sonderreinigung der jeweilige Gast auch wirklich bezahlen sollte. Allerdings ist das noch lange kein Grund alle Hotelgäste durch schlechte Laune und Pampigkeit über einen Kamm zu scheren. Insbesondere dann, wenn manche Gäste gleicher als andere sind. Denn während selbstverständlich alle Zufahrten (auch die Feuerwehrzufahrt) von Autos freigehalten werden müssen und unser Verein für teilweise Missachtung dafür auch ständig eins auf die Mütze bekommen hat (zurecht), konnte ein schwarzer Luxus-BMW, der nicht zu unserer Veranstaltung gehörte, unbehelligt den ganzen Sonntag auf der Feuerwehrstellfläche parken … „Honi soit qui mal y pense!“

Generell ist Bad Wildungen sicherliche eine Reise wert, denn vor hier aus lässt sich das waldecksche Bergland mitsamt dem Edersee wunderbar erwandern. Außerdem sind die mittelalterlichen Städte Korbach, Fritzlar und Marburg nur einen Steinwurf entfernt.

Weitere Informationen und Angebote gibt es auf der Homepage des Maritim Badehotel Bad Wildungen (hier). Hunde kosten 10 Euro pro Hund und Nacht. Überraschungsleckerlis für die Vierbeiner zur Begrüßung auf dem Zimmer gibt es nicht.

4 Kommentare zu “Von Waschbären, Klimaanlagen und anderen Dingen – das Maritim Badehotel Bad Wildungen

  1. Hallo Martina,

    interessanter Erfahrungsbericht!

    Deine Verärgerung bzgl. des Beschwerdemanagements kann ich gut verstehen. Ich kenne auch die andere Seite und weiß, dass es als Hotelmitarbeiter sehr frustrierend sein kann, wenn sich Gäste regelmäßig wegen der selben Dinge (z.B. der nicht funktionierenden Klimaanlage) beschweren, man diese Mängel nicht beheben und sich nur bei den Gästen entschuldigen kann. Und man gleichzeitig weiß, dass diese Mängel aus finanziellen Gründen von der Hotelleitung in naher Zukunft nicht behoben werden. Darum kann ich verstehen, wenn Hotelmitarbeiter bei Beschwerden teilweise nicht so zuvorkommend und hilfsbereit reagieren.

    Um einen relevanten Mangel behoben zu bekommen, ist es meines Erachtens zielführender eine kritische Hotelbewertung bei Holidaycheck & Co zu hinterlassen, als sich vor Ort zu beschweren, weil die Bewertungen von immenser Bedeutung für die Interbuchungen der Hotels sind. Leider profiert man davon spätestens beim nächsten Besuch…

    Viele Grüße,
    André

    • Hallo Andre,
      Schön, mal wieder von Dir zu hören. Ja, ich kann mich teilweise ja auch in die Mitarbeiter hinein versetzen, habe ja auch das Hotelfach erlernt. Du hast recht, vielleicht mache ich noch eine Bewertung auf einem Portal.
      Viele Grüße
      Martina

  2. Wir waren mehrere Jahre dort zu Gast, mit den Hunden. Und nicht selten waren die Mitarbeiter überfordert oder einfach nicht ansprechbar. Doch die schlimmste Bewertung erhält die Küche:Das Buffet war ein geschmacklicher Reinfall und völlig überteuert, das Bestellte von der Karte kalt und geschmacklos. Das erste Jahr baten wir um Zimmer nah am Ausgang. Wir befanden uns im hintersten Flügel. Irgendetwas ging immer nicht. Und helfen konnte keiner.
    Sehr schade. Denn ansonsten liegt es „praktisch“ zur Elsa-Club-Show.
    Das wars dann aber auch.
    Ach ja, und Hundekot hat da gar keiner weg gemacht. Egal welchen Clubs. Da unterschieden sich die Hundebesitzer nicht! Der Hund wurde nur näher an den Busch gestellt oder ihm den Rücken zugerichtet, dass man nicht sah, was er tat.

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