Sonntags beim Riesen

Bitte jetzt kein Augenrollen … 😉 … wir sind immer noch im Odenwald unterwegs, aber keine Sorge – die nächsten Ausflüge führen uns dann auch einmal woanders hin! Aber das hier muss jetzt noch sein. Denn nach unserer Wanderung auf die Burgruine Wildenberg und zum Watterbacher Haus geht es nach Miltenberg am Main, wo wir unseren Hunger und unseren Durst stillen wollen. Nach wie vor lacht die Sonne vom Himmel, und wir finden einen Parkplatz direkt am Main.

0223 TH 36Das historische Städtchen, das in den warmen Jahreszeiten so überlaufen ist, dass ich von einem Besuch mit Hunden am Wochenende abraten würde, liegt links des Mains zwischen Spessart und Odenwald. Der Ortskern besteht aus unzähligen, gut gepflegten Fachwerkhäusern.

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Eye Catcher dieser „Hauptstraße“ und unser Ziel ist das älteste Gasthaus Deutschland – das Gasthaus „Zum Riesen“.

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Bereits seit dem 12. Jahrhundert werden hier Gäste und Reisende versorgt. Darunter zahlreiche gekrönte Häupter. 1711 liess es sich Kaiser Karl VI hier gut gehen, und 2014 wurden hier Ritter Dayo und Burgfräulein Suri mit ihrem zweibeinigen Gefolge willkommen geheißen. Bevor wir richtig saßen, gab es für die vierbeinige Herrschaft gleich frisches Wasser!

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Der Kritiker mag jetzt denken: „Och nö, muss das sein – eine Touri-Spelunke! Mittelmässiges Essen zu überhöhten Preisen …“. Mitnichten ist „Der Riese“ jedoch eine Touri-Spelunke, sondern ein wunderbar restauriertes Fachwerk-Gasthaus, das ausgesprochen gutes Essen und leckeres Bier zu moderaten Preisen anbietet.

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Die Speisekarte kommt im Zeitungsformat daher und hat allerlei Leckeres zu bieten – von kalten und warmen Brotzeiten (hmmm – Mettbrot mit Zwiebeln) über Salate und Suppen bis hin zu Steaks und anderen Hauptgerichten. Ich habe eine wirklich tolle gebratene Rinderleber mit Kartoffelpürree und Apfelscheiben für 8,70 Euro gegessen. Sehr, sehr lecker! Hausgemachte Semmelknödel mit frischen Champignons schlagen mit 6,90 Euro zu Buche und ein argentinisches Rumpsteak mit Dunkelbiersauce und Pommes mit 19,70 Euro.

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Für durstige Kehlen gibt es eine große Auswahl an Bieren aus dem Brauhaus Faust in Miltenberg. Jedes der elf Biersorten wird kurz beschrieben. Übrigens: Zu jedem Gericht auf der Speisekarte findet sich auch die passende Bierempfehlung. Wer sich nicht für eine bestimmte Sorte entscheiden mag, der kann sich auch fröhlich durch die Karte probieren, denn ein Mini-Bierchen (ich glaube, es sind 0,1 Liter) kostet einen Euro pro Glas … eine gute Idee, wenn einem am hellichten Tag ein ganzes Bier zu viel ist. Gestärkt und gesättigt machen wir uns nun noch auf einen kleinen Verdauungsspaziergang durch Miltenberg.

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Und natürlich wollen wir auch auf die Burg rauf … und bis wir einen tollen Blick über Miltenberg und den Main genießen können, geht es schon wieder bergauf … grrrr … aber diesmal sind es Treppen … keuch!

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Endlich ganz oben auf dem Burgberg angekommen, stellen wir fest: Die Mildenburg ist geschlossen … immerhin kann ich durch das Schlüsselloch (wirklich!) einen Blick auf den Burghof riskieren …

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So spazieren wir denn draußen auf und ab und hindern Dayo daran über eine Burgmauer zu springen …

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Die Mildenburg wurde erstmals 1226 erwähnt und lag einst strategisch günstig an einem wichtigen Mainübergang. 1979 erwarb die Stadt Miltenberg die Burgruine und setzte sie instand.

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Wir nehmen an der Burg einen Fußweg durch ein kleines Wäldchen und befinden uns oberhalb der unterfränkischen Stadt am Main. Was wir zuvor in steilen Treppen aufgestiegen sind, geht es jetzt gemütlich wieder runter.

Miltenberg an einem strahlenden letzten Februarsonntag ist wunderschön – ganz besonders deswegen, weil es noch nicht so überlaufen ist wie fast das ganze Jahr hindurch!

Weitere Informationen:

Miltenberg wird auch die Perle am Main genannt. Sehenswert sind die Mildenburg, die ab April wieder geöffnet ist, die historische Altstadt, das alte Rathaus, das Würzburger sowie das Mainzer Tor. Das Städtchen liegt am Fränkischen Rotwein Wanderweg, der 1990 angelegt wurde und von Großwallstadt am Main entlang über Miltenberg nach Bürstadt führt.

Parken sollte man auf einem der gebührenpflichtigen Parkplätze am Main. Wie bereits im Beitrag erwähnt, ist Miltenberg ein Touristenmagnet. Bei gutem Wetter und Sonnenschein – auch Ende Februar – ist ganz schön viel los in den Straßen. Im Frühling, Sommer und Herbst kann das etwas anstrengend sein, wenn man mit Hund unterwegs ist.

Im Gasthaus „Zum Riesen“ sind Hunde willkommen, und es wird frisches Wasser für die Vierbeiner angeboten. Es ist jedoch ein relativ eng bestuhltes Lokal, sodass es evtl. etwas schwierig ist, mit großen Hunden ausreichend Platz zu finden, wenn alle Tische belegt sind.

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